Ausbildungshegetag mit angehenden Ausserrhoder Jägerinnen und Jägern
- Felix Eberhard
- 13. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Im Rahmen der Ausbildung zur Jägerin bzw. zum Jäger in Appenzell Ausserrhoden, die in diesem Frühjahr gestartet ist, sind die Jagdaspiranten verpflichtet, 100 Hegestunden zu leisten. Durch praktische Arbeiten in der Natur werden sie von erfahrenen Jägerinnen und Jägern sowie Fachpersonen angeleitet und in das Zusammenspiel von Umwelt, Lebensraum und Wildtier eingeführt. Ziel ist es, sie so auszubilden, dass sie nach der rund 18 Monate dauernden Ausbildungszeit die Prüfungsfragen zu diesen Themen kompetent beantworten können und für die Jagdpraxis bestens gerüstet sind.
Im Forstgebiet Trogen zeigten der zuständige Förster Michel Kuster – selbst Jäger – sowie der kantonale Hegeobmann des Patentjägervereins, Felix Eberhard, den 12 Jagdkandidaten, an welchen gesetzlichen Vorgaben zur Hege sich Jägerinnen und Jäger orientieren und wie diese in der Praxis umgesetzt werden.
Vor Ort wurde erläutert, welche Herausforderungen die Klimaerwärmung für einen naturverjüngten Wald mit sich bringt, insbesondere hinsichtlich natürlich angewachsener und gepflanzter Baumarten. Michel Kuster zeigte der Gruppe beide Varianten direkt im Gelände.
Zudem wurden bestehende Wildschäden an Bäumen und Sträuchern gezeigt, die durch Reh- und Rotwild verursacht worden waren. Die Teilnehmenden diskutierten mögliche Schutzmassnahmen und lernten dabei, dass dem Wild gleichzeitig ausreichend Äsung zur Verfügung stehen muss. Das Zusammenspiel zwischen Schutz- und Äsungsmöglichkeiten wurde so anschaulich erfahrbar.
Anschliessend folgte die praktische Arbeit: Die alten Verbissschütze, die junge Pflanzen bisher vor Rehwild geschützt hatten, wurden entfernt und durch rund zwei Meter hohe Einzelschütze ersetzt. Da das Rotwild zunehmend aus dem Innerrhoder Gebiet entlang der Flanken des Appenzellerlandes ins Rheintal und ins Vorderland wandert und sich im Raum Hirschberg über den Hafenwald bis Reute mit anderen Wildtieren den Lebensraum teilt, reichten die bisherigen Schutzmassnahmen nicht mehr aus. Die neuen Einzelschütze schützen die Pflanzen nun sowohl vor Rehwild als auch vor Rotwild. Ziel ist es, dass die Pflanzen eine Höhe erreichen, bei der die Haupttriebe nicht mehr abgeäst werden oder durch das Geweih der Hirsche beschädigt werden können, da sonst der gewünschte Aufwuchs beeinträchtigt oder verhindert wird.
An einem fest markierten Punkt erklärte Michel Kuster den Jagdaspiranten ausserdem, wie die jährlichen Frühjahrs-Verjüngungskontrollen ablaufen. Die dabei von Forst und Jagd gemeinsam kantonsweit erhobenen Schäden fliessen in die Jagdplanung ein.
Den Mittagsaser bereitete Vreni Kuster direkt vor Ort über dem Feuer zu und bewies dabei eindrücklich, dass sich auch im Freien eine feine Pasta mit Tomaten-Rahmsauce zubereiten lässt.
Für die angehenden Jägerinnen und Jäger war es ein lehrreicher Tag, der nach den Nachmittagsarbeiten bei einem kühlen Getränk gemütlich ausklang.























